Wasserkonzept

October 16, 2017  •  Kommentar schreiben

Wir möchten an dieser Stelle unser Wasserkonzept für die Küche vorstellen. Es ist wahrscheinlich nicht perfekt, doch wir arbeiten daran und sind für Hinweise und Anregungen dankbar.

Zunächst einmal werden wir nur gefiltertes Wasser ins Fienchen hineinlassen. Hierzu werden wir noch eine externe und mobile Filteranlage konstruieren, über die wir dann gesondert berichten werden.

Im Fienchen selbst haben wir uns gegen große Tanks entschieden. Wir sehen das Problem der Undichtigkeit bei den Entlüftungen, wenn man mal schrägsteht bzw. bergauf- oder herunterfährt. Darum werden wir Kanister nutzen. Wir haben zur Zeit 10 Kanister a 20 Liter und 6 Kanister a 30 Liter vorgesehen. Das sind zusammen 380 Liter. Damit sollten wir schon eine Weile hinkommen. Die 20 Liter Kanister sind zudem noch gut tragbar, so dass sie notfalls auch noch außerhalb vom Fienchen befüllt werden können.

Wir haben uns auch für ein etwas komplizierteres System entschieden, da wir planen, mit unserer Pumpe auch die Wasserkanister im Fienchen umzufüllen. Darum benötigen wir auch so viele Absperrhähne.

Doch zunächst zum "normalen" Wasserfluss.

Das Wasser kommt aus dem Wassertank 1 und gelangt durch den Vorfilter der Pumpe (um eventuell kleine Steinchen fernzuhalten, die die Pumpenmembran beschädigen könnten) zur Pumpe selbst, danach zu unserem Wasserfilter, wird dann im Druckminderer auf 2 bar reguliert, wonach es dann zum Boiler, zum Wasserhahn der Küche und zur Dusche geht. Das vom Boiler kommende, dann warme Wasser geht ebenfalls zum Wasserhahn und zur Dusche.

Zusatzfunktion

Wenn jetzt Tank 1 leer sein sollte, werden die entsprechenden Hähne geöffnet, ein Schlauch z. B. in Tank 2 hineingehalten und wie im normalen Wasserfluss beschrieben gepumpt, gefiltert, gedruckmindert und dann in Tank 1 gepumpt bis dieser wieder voll ist.

Soweit jetzt die Theorie, jetzt gehts an die Praxis.

Zunächst einmal freute ich mich, dass wir schon im Vorfeld zwei komplette Maul- und Ringschlüsselsätze* gekauft hatten, denn bei den folgenden Arbeiten brauchten wir verschiedene Schlüsselgrößen (22, 25, 27, 30) und die sind ja nun nicht in jedem gekauften Werkzeugkasten (den wir zudem gar nicht besitzen) vorhanden.

Die Verschraubungen der einzelnen Elemente wurden zunächst mit Teflonband abgedichtet, auf anraten eines lieben Menschens jedoch wieder demontiert und vernünftig mit Hanf und Dichtpaste gedichtet, was den Vorteil hat, dass es auch kleine Verdrehungen, die wir beim Fahren natürlich nie ganz ausschließen können, verzeihen wird. Hier noch ein kleiner Tip. Es gibt "glattes" Gewinde wie auf dem folgendem Bild links und "geriffeltes" Gewinde, wie auf dem Bild rechts.

Wenn der Hanf jetzt nicht richtig am Gewinde hält und sich mitdreht, kann man hier leicht für Abhilfe sorgen, indem man die Gewindegänge, wie im folgenden kurzen Video gezeigt, mittels einer Metallsäge aufrauht.

Die einzelnen Elemente unseres Wasserkonzeptes bestehen aus:

  • Die Pumpe, eine Membranpumpe SHURflo LS4144 12V mit davorgeschaltetem Grobfilter,  um ebenjene nicht zu beschädigen, falls doch mal kleine Steinchen im Wasserkanister sein sollten. Beides haben wir bei Fa Prevent gekauft.
     
  • Der Wasserfilter, oder besser die Wasserfilter. Denn wir haben uns nach langer Überlegung und Einholung von Ratschlägen für Wasserfilter, bestehend aus dem Gehäuse*, drei 10" Behälter, welches mit Grobfilter*, Aktivkohlefilter* und Keramikfilter* bestückt werden, entschieden.

    Ja, es gibt Filtersysteme, die sogar 0,15 Mikron herausfiltern, doch sind die 0,3 Mikron, die unser jetzt verbauter Keramikfilter herausfiltert auch schon recht gut. Die meisten Bakterien weisen eine größe von 1-10 Mikrometer (=Mikron) auf, was deutlich über unserer Filtergröße liegt. Viren wiederum haben eine Größe von etwa 0,02 - 0,2 Mikrometer und werden von keinem System so wirklich zuverlässig herausgefiltert.

    Also haben wir auch noch den Kostenfaktor einfließen lassen. Unser jetziges System kostet incl. aller Folgekosten nur ein Bruchteil von Wasseraufbereitungsanlagen namhafter Hersteller.
     
  • Der Druckminderer*. Unser Boiler ist für einen maximalen Betriebsdruch von 3 bar ausgelegt. Fa. Elgena riet jedoch dazu, max. 2 bar Druck anzulegen. Da für uns nicht abschätzbar war, wieviel Druckverlust wir durch den Wasserfilter haben werden, entschieden wir uns für unsere Pumpe mit 3 bar um den Druck schließlich wieder herunterzuregeln.
    Auf dem Druckminderer ist deutlich ein Pfeil für die Durchflussrichtung des Wassers angegeben. Und wenn man ihn denn auch noch richtig herum einbaut, dann funktioniert er auch tadellos. Wenn man ihn, wie ich am Anfang, falsch herum einbaut, ist man fast am Verzweifeln, weil er nicht das tut, was er soll, nämlich druckmindern. Bis Lyggie irgendwann auf des Rätsels Lösung kam. Danach war dann alles gut.
     
  • Beim Boiler hatten wir lange hin- und herüberlegt, für welches Konzept wir uns entscheiden sollen. Manche binden die Motorkühlwasserwärme mit ein, manche bauen einen Wärmetauscher an den Holzofen. Manche betreiben den Boiler mit Gas oder Diesel. Das alles schien uns zu viele Nachteile zu beinhalten. Wenn wir mehrere Tage an einem Ort stehen sollten, wollen wir ja nicht erst den Motor anmachen, um warmes Wasser zu bekommen. Ebenso verhält es sich beim Ofenwärmetauscher. Auch bei 30 Grad braucht man mal warmes Wasser und möchte nicht unbedingt vorher einheizen. Und wenn man lange irgendwo steht - und das spricht gegen das Gas- bzw. Dieselkonzept - ist irgendwann der Tank, bzw. die Gasflasche leer.

    Also haben wir uns überlegt, dass wir auf Strom setzen werden. Wir haben 550W obendrauf und eine 200 AH LiFePo4-Batterie an Bord, das sollte hoffentlich reichen.

    Ein Elektroboiler sollte es also sein. Einer, der mit 12V / 200W und mit 230V / 660W betrieben werden kann. 200W zum halten der Temperatur und 660W über Wechselrichter zum schnelleren Aufheizen z.B. nach dem Duschen.

    Es wurde ein Elgena Nautic Therm Typ EE, der beide Stromanschlussmöglichkeiten bietet.

    Hier die Typenschilder

    Wir haben den Nautic Therm EE in der 10-Liter-Ausführung nach fundierter Beratung direkt bei Fa. Elgena geordert und sogar noch einen Messepreis erhalten können.

    Die Praxis wird zeigen, ob das Zusammenspiel Strom - warmes Wasser klappen wird. Wir werden berichten.

Stay tuned...


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